Driving home for Christmas

Soulsnatcher 23.12.2011; 01:58;

Kategorien: Leben , Unterwegs,

Alle Jahre wieder, völlig überraschend für die meisten, kommt das Weihnachtsfest auf uns zu.
Für viele ist dieses "Fest der Besinnung" der höchste und wichtigste Feiertag im Jahr. Schon Wochen, gar Monate vorher beginnt die Riesenkonsumschlacht. In den Supermärkten steht schon im September der Lebkuchen, harrt Marzipan dem Verkauf, warten Weihnachtsmänner auf ihre Befreiung von der Folie durch gierige Hände.
Am Fest selber gillt dann "Business as usual".
Die Familie trifft sich, streitet sich, tauscht Geschenke aus, lacht und streitet weiter. Dann kommt das Abendessen. Das ist entweder zu heiss, zu salzig, zu kalt, zu süss oder verkocht. Dennoch wird es gegessen, natürlich nur unter Protest, oft genug mit Streit. Danach: Fortsetzen des Programms. trinken, lachen, wieder streiten. Irgendwann gehen dann alle auseinander.
"Schön war es doch..."
"Aber ja, natürlich."
"Machen wir nächstes Jahr wieder." Eigentlich ja grauenhaft und obwohl alle und jeder schon seit Jahren moniert, das Weihnachten nur noch ein industriell gesteuertes Kommerzfestival sei, sind jedes Jahr alle wieder dabei. Da wird Geld ausgegeben das ist eine wahre Pracht. Niemand will da zurückstehen. Der eigentliche Geist des Festes ging ja spätestens verloren, als wir begannen den symbolischen Herrn mit der "Brause-aus-Amerika-Werbejacke" zu bekleiden. Wie die Aasgeier haben wir uns ganz besonders im 20. Jahrhundert an diesem Fest vergangen, ihm die Eingeweide herausgerissen und es zerstückelt. Das letzte, mir bekannte "Weihnachtswunder" fand wohl 1914 in den Gräben des ersten Weltkriges statt, als sich per Defintion verfeindete Soldaten in der Mitte trafen und gemeinsam Weihnachten feierten. Angestiftet davon, das irgendjemand während der Feuerpause begann, "Stille Nacht" zu singen und alle, jeder in seiner Sprache, mitsangen.
Ich bin kein sonderlich religöser Mensch, aber der Urgedanke des Festes gefällt mir. Der "Tag des Friedens", eigens auf die Wintersonnenwende gelegt, um den Heiden bei der Missionierung die Umstellung zu erleichtern.
Ach und davon ab: Meine Familie ist ganz anders als oben beschrieben. Warmherzig, liebenswert und wartet 400 km weiter auf mich - und zu der fahre ich jetzt. Extra früh, um mir Zeit lassen zu können und die Fahrt zu genießen.
Euch eine Stille Nacht da draussen, wo immer ihr auch unruhig seid.



Tags: Fühlen, Leben , Frankreich, Pub, Weihnachten,



1 Kommentar

maobe

27.12.2011; 13:12

... es war weihnachten!?

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Auf allen Vieren nach Nancy




Verlag: Books on Demand Gmbh; Auflage: 2. Auflage. (3. Dezember 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3839126011

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